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Lottozettel prufen

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Date and time: Wed, 27 Jan 2021 06:54:37 GMT

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Alte Canzley: Büros und Wohnung geplant

Die Alte Canzley in Neunburg vorm Wald: Einst wohnte der Landrichter darin, Gefängnisinsassen mussten ihre Strafe hinter den Gittern in dem Gebäude verbringen. Nun möchte Johannes Steidl den Leerstand wieder auf Vordermann bringen.

Johannes Steidls Eltern haben die Alte Canzley vor zwei Jahrzehnten gekauft. Das Gebäude hatte für den 30-Jährigen schon immer eine Anziehungskraft. Kein Wunder: Die Mauern, zwischen 60 Zentimeter und zwei Meter dick, erzählen Dutzende Geschichten. Die Alte Canzley hat eine wechselvolle Historie hinter sich (Hintergrund).

Steidl will nun ein neues Kapitel aufschlagen und das Gebäude sanieren. Es sollen Büros eingerichtet werden, für die zehn Mitarbeiter des Architekturbüros Steidl und zwei weitere Firmen. Außerdem möchte Johannes Steidl eine Privatwohnung in dem Gebäude beziehen.

In Lichtenstein und Krakau

Noch steht das Projekt aber am Anfang. Johannes Steidl wartet derzeit auf Förderanträge und Genehmigungen. Er ist im Kontakt mit der Denkmalpflege. Es steht auch noch nicht fest, wer offiziell Bauherr wird, vermutlich aber eine Gesellschaft, die aus dem Familienbetrieb (Architekturbüro Steidl) gegründet wird. Der junge Architekt hofft, nächstes Jahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Bezugsfertig wird das Gebäude wohl erst im Jahr 2021 oder 2022 sein. Dann wird er aber auch selbst in die Alte Canzley ziehen. Steidl schlägt damit endgültig wieder Wurzeln in seiner Heimat, nachdem er ein dreijähriges Architektur-Studium in Regensburg absolviert, und anschließend einige Zeit beruflich in Lichtenstein, Krakau und München verbracht hat. Seit einiger Zeit arbeitet der 30-Jähriger wieder im Architekturbüro, das von der Familie Steidl betrieben wird.

Das Projekt Alte Canzley bezeichnet er dabei als eine “Lebensaufgabe”. Es sei für ihn schon immer ein Traum gewesen, in den alten Gemäuern zu leben. Über das Gebäude hat Johannes Steidl sogar ein Buch geschrieben. Seit seiner Jugend arbeitet er daran, es ist noch nicht ganz fertig. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren hat er intensiv recherchiert. Dabei hat er einige interessante Fakten und Geschichten zutage gefördert. Von 1857 bis 1945 diente die Alte Canzley als Gefängnis. Einmal kam es sogar zu einem Ausbruch. Der Räuber Heumann hat es geschafft, seiner Zelle zu entkommen, ist später allerdings wieder eingefangen worden. Der Sohn des Räubers ist später sogar Gouverneur in den USA geworden. Auch eingeputzte Lottozettel, die freigelegt worden sind, erzählen eine Geschichte. Der König hatte Mitte des 19. Jahrhunderts Lotto verboten. Johannes Steidl vermutet, dass die Zettel deshalb eingeputzt worden sind, weil sich schlicht nichts mehr genutzt haben.

Freigeschlagener Fels

Die Historie ist auch an anderen Stellen sichtbar. Neben den Plänen für die Sanierung liegt ein 400 Jahre altes, dunkles Holzbrett. Auf dem Weg in den Keller geht es durch einen freigeschlagenen Fels. Gut, dass diesem historischen Andenken mit der Sanierung nun wieder Leben eingehaucht wird.

Insgesamt lässt sich die Alte Canzley in fünf Bauphasen einteilen. Der Burgbefestigungsturm und Burgmauer als Teile der Burganlage sind bereits vor dem Jahr 1300 erbaut worden. Ende des 14. , Anfang des 15. Jahrhunderts folgte der Saalbau.

Ende des 16. Jahrhunderts kam es zur Nord- und Westerweiterung und dem Umbau zur Stadtschreiberei. 1587 kaufte die Stadt die Canzley. Mitte des 19. Jahrhundert folgte der Umbau und die Erweiterung zur Bezirksgerichtsfrohnfeste. Das Gebäude wurde als Aushilfsgefängnis, Amtsgerichtsgefängnis und später Gefängnis durch das US-Militär genutzt, außerdem diente es einmal als Wohnungen für Vertriebene.

Schließlich kam es Mitte des 20. Jahrhunderts zum Umbau zum Gesundheitsamt. Vor dem Leerstand nutzten noch die Verwaltungsgemeinschaft und eine Rechtsanwaltskanzlei das Gebäude. Die Nutzfläche der Alten Canzley beträgt aktuell 295 Quadratmeter, der umbaute Raum 4275 Kubikmeter.

Die Alte Canzley in Neunburg vorm Wald: Einst wohnte der Landrichter darin, Gefängnisinsassen mussten ihre Strafe hinter den Gittern in dem Gebäude verbringen. Nun möchte Johannes Steidl den Leerstand wieder auf Vordermann bringen. ]]>